Ein morgendliches Fischfilet
Stieß einem Herrn bei schwerer See
So übel auf, dass er, oh je,
Dann zwischen Kaffee und Dîner
Beim schnellen Gang hin zum WC
Der Gattin voll ins Dekolletee
Und dann dem Liftboy aufs Livrée…
Oh je, Oh Weh, Oh je mi nee.
Jeden Tag ein Gedicht VII.
Wer schleift meine Knie, wer ölt meine Füße?
Wer brät mir die Hemden, entbeult meinen Hut?
Und wer bestellt dann von mir schöne Grüße?
Schreibt Kärtchen auf denen steht: ja, mir gehts gut?
Wer zupft meine Nase und wer schält mein Kinn,
Wenn ich dann mal alt und wunderlich bin?
Jeden Tag ein Gedicht VI.
Der Mond hochdroben horcht und neigt
Sein Ohr in Richtung Stadt,
Dann kratzt er sich am Kinn und schweigt
Und leuchtet gelb und matt.
Jeden Tag ein Gedicht V.
Ein Tierliebhaber saß im Knast,
Weil er zuvor im Tierpark fast,
Nach Otter, Luchs und Jaguar
Noch auf den Hund gekommen war.
Jeden Tag ein Gedicht IV.
Neunsekundenoper
Vorhang auf: ein Monolog,
Der sich im alten Rom zutrog:
„Sie liebt ihn,
Ich liebe sie, drum
Bring ich mich um
Und dann ihn!“
Dann holt er einen Dolch heraus.
Vorhang zu. Licht an. Applaus.
Jeden Tag ein Gedicht III.
Sie war schwer,
Er war sehr alt.
Sie stand auf Meer
Und er auf Wald.
Sie war Wal
Und er war Specht.
Ihr erstes Mal
War ziemlich schlecht.
Jeden Tag ein Gedicht II.
Ein Herr saß einst ganz nah am Meer,
Was ihn unendlich freute.
Und wenn er nicht ertrunken wär,
Dann säß er da noch heute.
Jeden Tag ein Gedicht I.
Egal ob Wachtel oder Qualle,
Sterben müssen wir doch alle.